Sponsoringvertrag: Wer sponsort muss zahlen!

Der Regionalligist Allemania und der ehemalige Haupt- und Trikotsponsor Check2win haben sich vor dem Landgericht Aachen gestritten. Nun hat die zuständige 2. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Aachen ihr Urteil gefällt. Es ging um die Rechtmäßigkeit der Beendigung eines Sponsoringvertrages.

Worum ging es?

Im Sommer 2016 schloss die Allemania Aachen mit der Consulting Firma Check2win einen Sponsoringvertrag ab. Danach erhielt die Allemania Aachen Sponsorengelder von Check2win als Haupt- und Trikotsponsor. Jedoch rutschte in die Insolvenz. Dem Traditionsverein gingen die Geldmittel aus und es trat Zahlungsunfähigkeit ein. Fast zeitgleich weigerte sich Check2win zur Zahlung der Schlussrate aus dem Sponsorenvertrag – ca. EUR 140.000,00.

Check2win wollte sich von der Allemania trennen. Im Januar 2017 sprach der Check2win dem Fußballklub die fristlose Kündigung aus wichtigem Grund aus. Check2win meinte einen Kündigungsgrund zu haben, da Alemannia den Werbeschriftzug von Check2win einem Spiel der Mannschaft nicht präsentiert habe und gegen eine andere Botschaft ohne Rücksprache mit Check2win ausgetauscht habe.

Mit der sofortigen Beendigung des Sponsorenvertrages ging natürlich auch einher, dass die Sponsorengelder nicht mehr flossen und die finanzielle Schieflage des Vereins sich noch verschärfte.

Die erklärte Kündigung wollte Allemania Aachen nicht hinnehmen und bestand weiterhin auf die Zahlung der Sponsorengelder. Zunächst versuchten die Parteien eine außergerichtliche Lösung zu finden. Sie fanden sie jedoch nicht.

Daher reichte die Allemania Aachen, bzw. der Insolvenzverwalter des Clubs, Klage beim Landgericht Aachen ein. Das Gericht hatte zu klären, ob die Kündigung von Check2win wirksam war und die Einstellung der Zahlung der Sponsorengelder rechtmäßig war.

Wie hat das Gericht entschieden?

Nunmehr hat das Gericht sein Urteil gefällt und Check2win zur Zahlung verurteilt. Das Gericht war der Auffassung, dass Check2win keinen Kündigungsgrund hatte und daher die der Sponsorenvertrag nicht beendet worden ist. Zumindest sei der Kündigungsgrund nicht überzeugend, denn die Kündigung erfolgte erst zwei Monate nach dem Vorfall der „Unterpräsentation“ des Sponsors Check2win. Zudem machte das Gericht deutlich, dass wohl auch erst eine Abmahnung notwendig gewesen wäre, um bei nochmaligem Verstoße eine Kündigung zu rechtfertigen.

Check2win muss daher gut EUR 42.000 an die Allemania zahlen. Überdies sind noch weitere Zahlungen offen – diese waren jedoch zunächst nicht Streitgegenstand.

Fazit:

Die Beendigung von Sponsorenverträgen im Sport ist immer wieder auf der Tagesordnung von staatlichen Gerichten und Schiedsgerichten. Nicht selten sind hier umgehende rechtliche Maßnahmen notwendig, um entweder gemeinsam eine außergerichtliche Lösung zu finden oder die Rechte schnell und effektiv zu sichern bzw. durchzusetzen. Unser Team von sportrecht-berater.de hat rund um das Thema Sponsorenvertrag hervorragende Expertise aus den verschiedensten Bereichen des Sports.

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