Unrechtmäßige Dopingsperre: Was sind die Auswirkungen für Berufssportler?

Eine unrechtmäßige Dopingsperre hat für Berufssportler erhebliche Konsequenzen. Die Schadensersatzansprüche müssen meist gerichtlich durchgesetzt werden.

Der australische Profiboxer Sam Soliman wurde vom Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) im Februar 2013 wegen eines behaupteten Dopingvergehens rückwirkend für vergangene Kämpfe disqualifiziert und und für neun Monate bis Ende 2013 gesperrt.

Mit Urteil vom 18. Oktober 2016 (Az. 9 O 283/13) hat das Landgericht Kiel die Dopingsperre gegen Sam Soliman für unwirksam erklärt.

Derartige Fälle von voreiligen Sportlersperren von Verbänden haben sich in den letzten Jahren gehäuft. Aus sportrechtlicher Sicht sind vor allem die schadensersatzrechtlichen Konsequenzen von unrechtmäßigen Dopingsperren von Interesse. Denn der Berufssportler muss für die unrechtmäßige Dopingsperre bzw. unberechtigt auferlegte Zwangspause entschädigt werden. Hier ist typischerweise mit Folgeprozessen zu rechnen, denn die Berufssportler müssen auf Schadensersatz klagen.

Unrechtmäßige Dopingsperre: Was für Schäden entstehen dem Berufssportler?

Oft ist es so, dass infolge der verhängten Sperre Sponsoringverträge eingefroren werden bzw. bereits gezahlte Gelder von den Sponsoren zurück verlangt werden. Unter Umständen werden auch Preisgelder zurück gefordert. Viel gravierender sind die langfristigen Imageschäden. Denn der Berufssportler wird den Makel des Dopingsünders meist nicht mehr los. In der Folge ist es daher schwierig, weitere Sponsoren und Vermarkter für den Berufssportler zu finden. Auch die Rechtsverfolgungskosten für das Einklagen des Schadensersatzes müssen in die Schadenspositionen mit eingestellt werden.

Wer ist der richtige Beklagte?

Oft stellt sich die Frage, wer für die unrechtmäßige Dopingsperre verantwortlich gemacht werden kann. Verhängt hat die Dopingsperre meist der Verband. Aber was ist der Grund? Oft ist der Grund ein ärtzliches Fehlverhalten – etwa eine überhöhte Medikation eines an sich harmlosen Medikaments. Hier stellt sich die Frage, ob dem Arzt der Fehler auch nachgewiesen werden kann.

 

 

 

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