Verbandsstrafe Fußball

Verbandsstrafe: Fußball und der störende Zuschauer

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden: Der Stadionbesucher, der durch Randale beim Fußball (hier Feuerwerk im Stadion) eine Verbandsstrafe für seinen Verein provoziert, kann vom Verein auf Schadensersatz in Haftung genommen werden (Az. VII ZR 14/16).

Verbandsstrafe – Fußball und Schaden

Ein „Fan“ des Vereins des 1. FC Köln hatte während eines Bundesligaspiels einen Knallkörper in Stadion gezündet und dadurch mehrere Menschen verletzt. Daraufhin verhängte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes e.V. (DFB) gegenüber dem 1. FC Köln eine Verbandsstrafe bestehend u.a aus einer Geldstrafe. Das Sportgericht des DFB stützte sich bei seiner Verurteilung auf § 9 a Nr. 1, 2 der DFB-Rechts-u-Verfahrensordnung. Danach sind die Vereine für das Verhalten ihrer Anhänger  und Zuschauer während des Spiels verantwortlich. bei Daraufhin zog der 1. FC Köln gegen den Störer vor Gericht und verlangte vom denjeningen, der den Böller gezündet hatte, Schadensersatz in Höhe von 30.000 Euro.

Was hat das oberste deutsche Zivilgericht entschieden?

Der BGH stellte fest, dass zwischen dem Verein und dem Zuschauer ein Zuschauervertrag zustande gekommen sei. Der Zuschauer habe aufgrund des Zünden des Böllers im Stadion eine Pflichtverletzung begangen und sei daher gem. § 280 BGB dem 1. FC. Köln zum Schadensersatz verpflichtet. Weiter stellte der BGH fest, dass die verhängte Verbandsstrafe, mit der der FC. Köln vom DFB belastet worden ist, auch im sogenannten notwendigen inneren Zusammenhang mit er Aktion des nunmehr beklagten Zusschauers stehe.

Der BGH stellte bei seinen Ausführungen sehr lehrreich die Beziehungen zwischen den Verbänden und Vereinen dar. So erklärte der BGH, dass die Durchführung eines Fussballspiels (2. Bundesliga) nur mit Hilfe eines übergeordneten Verbandes möglich sein. Die Verbände müssten auch wirksame Mittel zur Verfügung stehen, um einen geordneten Spielabauf zu gewähren. Dazu kann der Verband auf eine Verbandsstrafe Fußball zurückgreifen, um Störungen durch Zusschauer zu verhindern (präventiv) oder zu ahnden (repressiv).  Nach Ansicht des BGH ist die Verbandsstrafe hierzu ein geeignetes Mittel. Sie treffe den Verein oder den Veranstalter direkt und den Störer (hier den Zusschauer) indirekt.

Urteil mit Signalwirkung

Das Urteil hat Signalwirkung. Es stärkt den Vereinen, nicht nur beim Fussball, den Rücken. Denn Strafzahlungen in Form von Verbandsstrafen richten sich zwar an den Verien selbst. Letzendlich kann aber der Verein die Zahlungen in Form von Schadensersatz vom Störer direkt wieder einklagen. Das dürfte vor allem potentielle Straftäter abschrecken. Diese müssen nicht mehr nur mit einem Stadionverbot oder ähnlichem rechnen, sondern mit existenzbedrohenden Schadensersatzklagen des Vereins, der mit der Verbandsstrafe belegt wurde.

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